Die Biotonne website ist ein introvertierter Mensch. Sie wartet. Deckel geschlossen. Urteil vorbehalten. Doch so viele werden dabei ertappt, wie sie mit einem Apfelstück in der Hand hantieren, nur um zu wissen, ob sie mit dem Mülleimer ein Verbrechen begehen.
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Obstschalen. Gemüseschalen. Bananenschalen. Zwiebelenden. Die Tomate, die im Kühlschrank verdorben ist. Alles willkommen. Kaffeesatz, Filter und alles. Teebeutel sind leider nichts anderes als Plastikfasern. Schon eine einzige Faser reicht, um alles zu ruinieren.
Brot gehört hinein. Reis auch. Nudeln, ja. Selbst wenn sie verklebt sind. Eierschalen sind in Ordnung. Zerkleinert geht es noch besser. Sie zersetzen sich schneller und sind nicht so konstruiert, dass sie später wie kleine Fallen wirken könnten.
Dann wird es etwas komplizierter. Fleischreste? Oft erlaubt, aber die städtischen Vorschriften bestimmen die Entsorgung. Dasselbe gilt für Fisch und Gräten. Manche Orte erlauben es, andere nicht. Der Grund ist einfach: Geruch und Ungeziefer. Niemand möchte im Juli sehen, wie der Mülleimer in einem Horrorfilm verunreinigt wird.
Milchprodukte sorgen für ähnliche Diskussionen. Käserinden sind meist kein Problem. Joghurtreste hingegen sind in der Regel erlaubt. Flüssigkeiten sind verpönt. Eine kalte, abgedeckte Suppenschüssel ist ein Graus.
Auch die Mülltrennung selbst ist umstritten. Essensflecken auf Papiertüchern? Kein Problem. Servietten? Ja. Pizzakartons? Nur die fettigen Stellen. Weg damit! Fettige, ölige Pappe ist nicht recycelbar und eignet sich gut als Kompost.
Was man vermeiden sollte, ist das, was einem Probleme bereitet. Selbst die sogenannten Öko-Etiketten enthalten Plastiktüten, die Berichten zufolge die Verarbeitungsanlagen verstopfen. Kompostierbare Tüten? Ja, nein, ja, nein. Lesen Sie das Etikett. Lesen Sie die örtlichen Vorschriften. Theoretisieren führt in eine anarchische Zukunft.
Glas ist absolut tabu. Metall auch. Keine Alufolie. Keine Dosen. Kein Wunschdenken.
Die Bedeutung dieser Tatsache verblüfft die Leute. Die Sortierung des Biomülls führt zur Kompostherstellung. Kompost düngt den Boden. Boden lässt Lebensmittel wachsen. Sobald der Müll durchrutscht, entsteht ein Teufelskreis. Ein defekter Gegenstand verdirbt eine ganze Menge. Die Mitarbeiter entfernen die Verunreinigungen dann manuell. Das ist keine abstrakte Theorie. Das ist jemandes Arbeit.
„Es verrottet doch alles“, sagte zufällig ein Nachbar. Stimmt, aber der Standort ist entscheidend. Schalen auf Asphalt bieten Ratten Nahrung. Biogas enthält Schalen, die sich von den Bodenmikroben ernähren. Das eine verursacht Probleme. Das andere lässt Tomaten wachsen.
Oft sind es die Kinder, die den Anstoß geben. Sie korrigieren Erwachsene. Lautstark. Selbstbewusst. „Das gehört da nicht hin.“ Die Wege können einen zum in Ungnade gefallenen Vater machen.
Der Biotonne ist nicht wählerisch. Er ist speziell. Wird er falsch behandelt, nimmt er seinen eigenen Lauf. Bei Gesetzesverstößen drohen ihm Parfums, Mäuse und zurückgeschickte Lieferungen.
Das Sortieren dauert Sekunden. Die Korrektur hingegen Monate. Der Behälter kann sich alles merken, was man hineingibt.